Filz und Vetternwirtschaft vermutet der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, Hans-Dieter Lehnen, hinter dem Wechsel des Wirtschaftsstaatssekretärs Tacke zum Kraftwerksbetreiber Steag in Essen.

Der Verdacht, dass hier jemand mit einem wohldotierten Managerposten belohnt werde, dränge sich geradezu auf. Schließlich sei Tacke als beamteter Staatssekretär für die Ministererlaubnis zur Übernahme von Ruhrgas durch E.ON zuständig gewesen, eine wirtschaftspolitisch überaus umstrittene Angelegenheit.

Sein damaliger Chef, Wirtschaftsminister Werner Müller, habe sich offiziell zurückgehalten und wurde nach der Bundestagswahl Vorstandsvorsitzender der Ruhrkohle AG, deren hundertprozentige Tochter die Steag ist. Lehnen: „Wenn man überdies bedenkt, dass die Steag das Kraftwerk der Leuna-Raffinerie betreibt, deren Übernahme von Korruptionsvorwürfen begleitet wurde, dann deutet sich hier eine handfeste Amigo-Affäre an, die zum Himmel stinkt.“

Grundsätzlich begrüße die MIT den Wechsel von Politikern in die Wirtschaft und umgekehrt, allerdings müsse dies alles transparent und ohne jeden Nachgeschmack sein. „Der Wechsel Tackes hingegen wirft eine Menge Fragen auf, die einer baldigen und restlosen Klärung bedürfen,“ sagte Lehnen.


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