Ein weiterer konsequenter Bürokratieabbau ist nach Überzeugung von Experten und Politikern unvermeidlich, um den deutschen Mittelstand möglichst unbeschadet auch durch Zeiten gebremsten Wachstums zu führen. Dies ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen „Country Focus Germany“, der am vergangenen Samstag als Teil der weltweiten Mittelstandsstudie „International Business Report (IBR) am Rande der 11. Landesdelegiertentagung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU NRW vorgestellt wurde.
Der Mittelstand ist bei seinem Geschäftsausbau in hohem Maße auf Kredite angewiesen. Die Experten sind sich deshalb einig: angesichts des starken Euro, daraus erwachsender Liquiditätsengpässe sowie der sich abzeichnenden Verschärfung von Finanzierungskonditionen ist eine weitere Entlastung des bei Investitionen und Geschäftsausbau in hohem Maße auf Kredite angewiesenen deutschen Mittelstandes unabdingbar. Eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Tagung in Mühlheim an der Ruhr wurde die weitere Reduktion von Bürokratie und Steuern weiter reduziert werden müssen, um insbesondere den deutschen Mittelstand besser gegen die wirtschaftliche Abschwächung zu wappnen und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Die allseits angekündigte Rezession verunsichert gerade mittelständische Unternehmen in ihren Geschäftsentscheidungen. Aufgrund der sich verschärfenden Wettbewerbsituation, sollten sich Manager voll auf Fragen der Geschäftsentwicklung konzentrieren können und ihre Kraft nicht sinnlos im Bürokratiedschungel vergeuden“ sagt Alexander Gattner, Partner bei der deutschen Grant Thornton GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Laut des von Grant Thornton veröffentlichten International Business Reports 2008 leidet der deutsche Mittelstand zwar in den letzten Jahren immer weniger unter der Bürokratie, jeder dritte Unternehmer nennt sie jedoch als größtes Wachstumshemmnis. Dabei liegt Deutschland immer noch über dem weltweiten und europäischen Wert.
Zudem müssen und wollen die Mittelständler derzeit mehr in die Personalentwicklung und -bindung investieren, um ihre Wettbewerbsvorteile auf dem Markt zu verstärken. Laut International Business Report 2008 hat der deutsche Mittelstand bereits erkannt, dass die Geschäftsentwicklung von der richtigen Personalpolitik des Unternehmens abhängig ist. Hartmut Schauerte, Landesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU NRW und zugleich Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium sowie Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung, weist auf den Beitrag des deutschen Mittelstandes zur derzeitigen Stabilität auf dem Arbeitsmarkt hin: „Die außergewöhnlich gute Konjunktur auf dem deutschen Arbeitsmarkt in der Zeit des wirtschaftlichen Abschwungs ist den deutschen Unternehmern zu verdanken, die langfristig denken und schon jetzt qualifizierte Fachkräfte für ihre Betriebe beschaffen bzw. beibehalten wollen“.


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