Schauerte kritisiert SPD-Vorschläge: „Wir brauchen kein Heer von Hivis ohne Perspektive“
Hartmut Schauerte, Landesvorsitzender der nordrhein-westfälischen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, zu den Äußerungen der Vorsitzenden der SPD NRW im Spiegel: „Na da haben wir ja eine Arbeitsmarktexpertin. Krankenhäuser oder Altenheime mit hunderttausenden Arbeitslosen zu überschwemmen ist nicht gerade der Weisheit letzter Schluss.“ Schauerte kritisiert die Vorschläge der SPD-Politikerin Kraft, dass mit einem rein symbolischen Aufschlag auf den Hartz IV-Satz Langzeitarbeitslose in sozialen Einrichtungen geparkt werden sollen. Schauerte nennt gleich eine ganze Reihe von fundierten Gegenargumenten zu dieser Idee, die nicht neu ist und immer aus der Kiste gekramt wird, wenn man keine ernsthaften Lösungsvorschläge zu bieten hat.
Nicht qualifizierte Arbeitslose würden in diesen sozialen Einrichtungen wenig hilfreich sein, sogar den hoch professionell arbeitenden Angestellten dort - untern anderem durch notwendige Anlerntätigkeiten - massive Belastungen aufbürden.
Der Arbeitsmarkt ist ein „Markt“. Heisst: Mittelfristig würden solche Zuteilungen von Hartz IV-Empfängern die Lohnfindung am Arbeitmarkt beeinträchtigen. Kurz gesagt: Es würde die Löhne der gut ausgebildeten Fachkräfte drücken und deren Jobs gefährden.
Diese Jobs würden auch Arbeitsplätze in der privaten Wirtschaft kosten, denn von der Putztätigkeit bis zu Instandhaltungsleistungen würden eingekaufte Dienstleitungen der sozialen Einrichtungen zurückgefahren.
Schauerte: „Kurz und bündig, eine Schnapsidee, die auch den Arbeitslosen nicht hilft. Für sie ist dies die endgültige Aufgabe Ihrer Rückkehrhoffnung in den regulären Arbeitsmarkt. Wir können uns nicht an der Qualifizierung unserer Hartz IV-Empfänger und an der Schaffung neuer sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze durch eine gute Wirtschaftspolitik vorbeidrücken.“